Machen Sie es wie die Zugvögel…

…überwintern Sie im Süden. Das klingt nicht nur sehr verlockend, es ist auch relativ einfach und in mancher Hinsicht sogar günstiger, als hier in kalten Gefilden den Winter finanzieren zu müssen. Es gibt allerdings ein paar Dinge, die Sie als Rentner unbedingt beachten sollten, bevor sie für eine Zeit lang den Schnee, das Eis und die Kälte gegen die warme Sonne zum Beispiel auf Mallorca tauschen.

© Stephanie HahnEntschließt sich ein Rentner für drei oder bis zu sechs Monaten sich in einem anderen Land aufzuhalten, ist das nicht von Belang für die Rentenkasse. Wenn, und das ist wichtig, sein Lebensmittelpunkt und somit also auch der Wohnsitz weiterhin in Deutschland bleibt. Unter diesen Voraussetzungen bekommt er seine Rente regelmäßig weiter. Er kann sie sich auch von der Rentenkasse ins Ausland überweisen lassen. Sollten dabei Kosten anfallen, muss er die natürlich übernehmen. Das gilt für eine eigene Rente genauso wie für eine Hinterbliebenenrente. Für die Rentenkasse ist es in beiden Fällen nicht relevant, wo letztlich das Geld ausgegeben wird.

Ein klein wenig anders sieht es da bei den Pflegeversicherungen aus

Selbstverständlich können die Pflegebedürftigen, die in der Stufe I zugeordnet wurden, auch verreisen. Um dem Winter zu entfliehen, wird sich die Wahl des Aufenthaltes vornehmlich auf die südlichen Inseln wie Mallorca oder Teneriffa beziehen. Aber im Prinzip gilt in der gesamtem Europäischen Union, in der Schweiz und in Liechtenstein, dass auch bei längeren Aufenthalten in diesen Ländern das (frei zur Verfügung) stehende Pflegegeld ausbezahlt wird. Direkte Pflegeleistungen, wie zum Beispiel Hilfe bei der Körperpflege gibt es nicht zusätzlich, die müssen dann von dem Versicherten erbracht werden. Aber auch in andere Länder kann ein Pflegebedürftiger reisen, hier darf die Aufenthaltsdauer allerdings nur sechs Wochen betragen, um weiterhin Pflegegeld zu bekommen. Wenn also jemand Pflegesachleistungen erhält, ist es sehr sinnvoll, bei der Pflegekasse zu beantragen, dass diese in Pflegegeld umgewandelt werden.

Bezieher von Grundsicherung haben es nicht ganz so einfach. Sie müssen nachweisen, wie sie zum Beispiel die Kosten für die Reise finanzieren. Außerdem sieht der Gesetzgeber, respektive die Sozialämter nur einen Urlaub von längstens vier Wochen vor. Es gibt zwar dahin gehend ein Gerichtsurteil des Landessozialgerichts in NRW. Das billigte einem Rentner mit Grundsicherung acht Wochen Urlaub zu. Inwieweit das allerdings deutschlandweit bindend ist, sollten Sie besser beim für Sie zuständigen Sozialamt erfragen.

Ganz wichtig und zu beachten:

8686673a.mAlso Geld gibt es aus der Pflegekasse und die Rente wird auch weiterbezahlt. Das ist schon mal sehr beruhigend. Aber, und das sollten Sie auf jeden Fall berücksichtigen bei der Finanzplanung für die Überwinterung im Süden, ist die Krankenkasse. Sie müssen unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Die deutsche Krankenkasse übernimmt nur für maximal acht Wochen die Kosten, die Ihnen im Krankheitsfall im Ausland entstehen. Für alle Zeit, die darüber hinausgeht, ist eine Auslandskrankenversicherung unerlässlich. Bei drei Monaten kommen da Kosten von etwa 350 € pro Person auf Sie zu.

Wenn Sie dann noch vor der längerfristigen Abwesenheit geklärt haben, wer zu Hause regelmäßig Ihre Post durchsehen darf, um Sie bei Schreiben mit amtlichem Charakter informieren zu können, steht einem – raus aus dem Winter, rein in die in der Sonne – nichts mehr im Weg.

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