Wiener Staatsoper: „Das erste Haus am Ring“

Sobald der Ruhestand in Sicht ist, werden von vielen schon die ersten Planungen vorgenommen, was in der „Zeit danach“ alles gemacht werden soll. Oftmals steht Reisen ganz oben auf der Liste der Senioren – sie möchten noch so viel wie möglich sehen und die Welt bereisen. Für Klassikfans eignet sich ein Besuch in Wien, denn diese kommen hier voll auf ihre Kosten. Denn Wien ist nicht nur Prater, auch die Wiener Staatsoper ist eines der wichtigsten Opernhäuser weltweit. Seit der Eröffnung der Wiener Staatsoper, anno 1869 gaben sich in diesem Haus die Weltstars aus Oper und Ballett die Klinke förmlich in die Hand. Jährlich findet auch ein Tag der offenen Tür statt, bei dem die Besucher Einblick in die Wiener Staatsoper erhalten. Werke wie zum Beispiel „Die Zauberflöte“, „Siegfried“ oder auch „Tosca“ werden hier aufgeführt und wer noch Karten ergattern möchte, muss sich beeilen. Diese sind in der Regel sehr schnell ausverkauft. 

Die Geschichte

Wiener Staatsoper  © Boteas/wikipedia

Wiener Staatsoper © Boteas/wikipedia

Den Habsburgern ist es zu verdanken, dass diese Kulturstätte von Weltrang in Wien existiert. Denn sie gründeten und förderten die Hofoper, die direkte Vorgängerin der Wiener Staatsoper.

1858 wurde der Wiener Stadterweiterungsfonds ins Leben gerufen, aus dessen Mitteln die Altstadt umgestaltet werden sollte. Das Opernhaus war das erste Gebäude, das zum Bau aus dem Fonds ausgeschrieben wurde. Den Zuschlag bekam schließlich der von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll eingereichte Entwurf. Der achtjährige Bau startete 1861.

Das Haus im 20. Jahrhundert

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges brannten sowohl die Bühne als auch der Zuschauerraum nach einem Bombardement am 12. März 1945 komplett aus. Ob das Gebäude restauriert oder abgerissen wird, wurde lange diskutiert. Die Wiederaufbauminister Udo Illig und Ernst Kolb setzten den Wiederaufbau durch. Man hielt sich bei der Sanierung an den ursprünglichen Bau, verbesserte aber die Akustik.

Das Ensemble war in die Volksoper ausgewichen und feierte seine Nachkriegspremiere im „Im Theater an der Wien“ am 1. Mai 1945. Der künstlerische Wiederaufbau ist maßgeblich dem Dirigenten Josef Krips zu verdanken. Er kehrte sich ab von voluminösen Orchestern und setzte auf Elemente aus der Kammermusik.

Herbert von Karajan verdankt die Staatsoper, dass internationale Stars an der Staatsoper engagiert wurden. Auch die Zusammenarbeit mit der Mailänder Scala begann unter Karajan. Das hatte zur Folge, dass Mitglieder der Staatsoper des öfteren Mozart und Strauss in Italien aufführten.

Alljährlich stemmt das Ensemble mehr als 50 Produktionen aus allen Bereichen der Opernliteratur. Für die Besucher bedeutet das: Sie können in jeder Opernsaison fast zehn Monate lang täglich den Operngenuss erleben.

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