Der Pflegegeldantrag bei der Krankenkasse

Sobald man im Alltag auf Hilfe angewiesen ist und Pflege benötigt, muss man für diese Pflege in der Regel entweder viel Geld ausgeben oder die Zeit der eigenen Angehörigen in Anspruch nehmen. In beiden Fällen hat man unter bestimmten Bedingungen allerdings einen Anspruch auf Leistungen, die von der eigenen Kranken- bzw. Pflegekasse ausgezahlt werden und mit denen der zeitliche und finanzielle Aufwand wenigstens teilweise abgedeckt werden kann.

Gerd Altmann pixelio deEin solcher Pflegegeldantrag setzt jedoch voraus, dass der Antragsteller wirklich pflegebedürftig ist. Um diesen Nachweis zu schaffen, muss man einige Punkte beachten. Gleichzeitig sollte man als Patient bedenken, dass die Hilfe so früh wie möglich beantragt werden sollte. Rückwirkend übernimmt die Krankenkasse nämlich keine Leistungen.

Zunächst einmal sollte man bedenken, dass sich die Bearbeitung eines Antrags relativ lange hinziehen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, von vornherein den Antrag richtig auszufüllen und keine unnötigen Fehler zu machen, die schließlich dazu führen könnten, dass der Antrag wegen Formfehlern abgelehnt wird. Die Pflegekasse erteilt zu diesem Thema normalerweise alle Auskünfte, die man benötigt, außerdem gibt es oft verschiedene Broschüren mit zusätzlichen Informationen, die beim Ausfüllen des Antrags helfen.

Unterzeichnet wird der Pflegegeldantrag grundsätzlich von der Person, die gepflegt werden muss. Die eigenen Angehörigen oder andere Personen können bei den einzelnen Formulierungen helfen, in speziellen Fällen ist es zudem möglich, dass diese den Antrag komplett ausfüllen. Abgegeben wird er jedoch trotzdem im Namen des Patienten selbst.

Wer einen Pflegegeldantrag stellt, sollte bei der Pflegekasse darum bitten, dass eine Begutachtung möglichst kurzfristig erfolgt. In der Regel erfolgt dieser Schritt in den eigenen vier Wänden. Ein Angestellter des medizinischen Dienstes der Krankenkassen besucht dazu den Antragsteller, um die Angaben zu überprüfen. Solch ein Besuch dauert oft weniger als eine Stunde, somit hat man nicht besonders viel Zeit, um den Experten davon zu überzeugen, dass die Leistungen der Pflegekasse wirklich benötigt werden. Um den Nachweis führen zu können, lohnt es sich in der Regel, im Voraus einen Plan zusammenzustellen, in dem die einzelnen Punkte aufgeführt werden, die man besprechen möchte.

Gegenüber dem Vertreter des medizinischen Dienstes erläutert der Antragsteller seine eigene Situation und zeigt gegebenenfalls die wohnlichen Gegebenheiten. Damit eine Pflegestufe genehmigt wird, muss keine besondere Erkrankung vorliegen, vielmehr muss die Pflegebedürftigkeit eingeschätzt werden. Das bedeutet, dass nicht die Schwere der jeweiligen Erkrankung entscheidend ist, sondern die persönliche Situation. Wie viele Minuten müssen pro Tag dafür aufgewendet werden, damit die hauswirtschaftliche Versorgung sichergestellt ist oder damit die Grundpflege gewährleistet ist. Abgesehen vom Eindruck des medizinischen Dienstes sind auch ärztliche Befunde, Röntgenbilder oder ähnliche Dinge wichtig.

Um sich auf einen Termin vorzubereiten, sollte man bereits vor dem Besuch ein Pflegetagebuch führen. Darin werden alle Dinge aufgeführt, bei denen man im Alltag Hilfe benötigt. Ob diese von Angehörigen oder von einem Pflegedienst geleistet wird, spielt dabei keine Rolle.

Sobald der medizinische Dienst die Situation des Antragstellers beurteilt hat, kann es noch einmal mehrere Wochen dauern, bis man schließlich seinen Bescheid erhält. Falls dem Antragsteller in dieser Zeit schon Kosten entstehen, muss dieser zwar zunächst dafür aufkommen, nach einem genehmigten Antrag erhält man jedoch einen Ersatz für diese Kosten in der genehmigten Höhe.

Bildquelle: Gerd Altmann/pixelio.de

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