Demenzserie: Ein Lebensabend im Paradies

Eigene Erfahrungen waren für den Schweizer Martin Woodtli der Grund, mit dem Baan Kamlangchay ein Therapiezentrum für Alzheimer-Patienten in Thailand aufzubauen. Er stand wie viele andere Betroffene auch 2002 vor einer schwierigen Situation, als er die Pflege seiner an Alzheimer erkrankten Mutter übernahm: Es mangelte schlicht und ergreifend an geeigneten und vor allem bezahlbaren Einrichtungen zur Betreuung. Betroffen sind davon vor allem Alzheimer-Patienten, deren gesundheitlicher Zustand keine Pflege in einer Tagesklinik mehr zulässt, die jedoch noch nicht die erforderliche Pflegestufe für die Aufnahme in ein Pflegeheim erreicht haben. Nachdem er selbst sehr gute Erfahrungen gemacht hatte, da in Thailand traditionell der Respekt vor dem Alter sehr groß ist, entschied er sich zur Eröffnung einer entsprechenden Einrichtung.

Was sind die Ängste?

Die Angehörigen schrecken oft davor zurück, die Patienten mehrere Flugstunden fernab der Heimat pflegen zu lassen. Kommen die Patienten in der neuen Umgebung zurecht? Können sie sich in der Fremde verständigen? Diese Ängste sind völlig unbegründet. Denn gerade Alzheimer-Patienten, die oft mehr in der Erinnerung leben und sich auch in der heimischen Realität nicht mehr zurecht finden, nehmen ein Stück Heimat mit in die Fremde. Auch die Sparchbarrieren stellt nicht wirklich ein Problem dar, vor allem nicht im fortgeschrittenen Stadium, da die Betroffenen die Sprache meist verlieren. Dies wird aber duch das intensive und innige Verhältnis zwischen Pflegepersonal und Patient wett gemacht. So finden sich in kürzester Zeit eigenen Formen der Verständigung.

Die Angebote

Das Angebot des Ban Kamlangchay umfasst einerseits Ferienaufenthalte, andererseits auch die Langzeitpflege. Zwischen zwei Wochen und drei Monaten lang können die pflegenden Angehörigen Urlaub in Thailand machen und die Patienten rund um die Uhr vom erfahrenen Team des Baan Kamchanglay betreuen lassen. Die Pflege der Angehörigen wird natürlich bereits im Vorfeld mit den Angehörigen individuell abgestimmt. Ebenso erhalten sie eine Hilfestellung bei der Vorbereitung der Reise.

Demenzkranke, die dauerhaft in Baan Kamlangchay leben wollen, erhalten eine liebevolle Betreuung rund um die Uhr, drei Betreuerinnen kümmern sich um ihre persönlichen Bedürfnisse. Ein Teil der Unterkünfte ist auch rollstuhlgerecht eingerichtet. Dadurch bekommen auch Patienten, die an den Rollstuhl gefesselt sind, die bestmögliche Pflege. Die Betreuungspersonen werden den Patienten bereits bei der Ankunft zugeteilt, die sich in der Betreuung abwechseln. Durch diese festen Bezugspersonen wird den Patienten die Eingewöhnung in die neue Umgebung erleichtert, was sie in europäischen Pflegeheimen in der Form nicht finden. Zur Philosphie der Einrichtung gehört das aktive Erleben der Umwelt und der Umgebung. Deshalb nehmen die Gäste auch an gesellschaftlichen Ereignissen im Dorf teil. Die Patienten werden also vom ersten Tag an voll und ganz integriert.

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