Neuigkeiten bei IGel

Wir alle kennen sie, die IGel. Gemeint sind hier nicht die kleinen possierlichen Tierchen, sondern die von den Ärzten angebotenen zusätzlichen Untersuchungen die der Versicherte aus eigener Tasche bestreiten muss. Jetzt hat sich die Vorsitzende des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkasse erneut damit beschäftigt. Sie fordert, dass die Ärzte den Patienten eine Bedenkzeit von 24 Stunden einräumen sollten, bevor sie sich für eine dieser angebotenen Leistungen entscheiden.

Viele Patienten fühlen sich überfordert, wenn der Arzt eine dieser IGel anbietet. Aus dem meist relativ kurzen Gespräch können die wenigsten Patienten den Nutzen dieser Untersuchungen nachvollziehen. Deshalb fordert die Vorsitzende eine gewisse Einwilligungssperrfrist. Denn üblicherweise muss der Patient direkt entscheiden, ob er die für ihn kostenpflichtige Leistung in Anspruch nehmen möchte. Gerade auch für Rentner und Senioren mit sehr knapp bemessenem Einkommen sind diese Untersuchungen oftmals zu teuer.

Nicht sofort zustimmen

Würde man den Patienten aber eine Bedenkzeit von 24 Stunden einräumen, dann hätten sie ausreichend Zeit um sich anderweitig und vor allem auch unabhängig  über die angebotenen Leistungen zu informieren. Sie könnten auch wesentlich einfacher den Nutzen einer solchen Untersuchung verstehen und beurteilen. Auch die auf sie zukommenden Kosten könnten wesentlich besser abgeschätzt werden.

Dass eine Information für den Patienten  im Prinzip dringend erforderlich ist beweist die Tatsache, dass die unlängst erstellte Website < IGel-Monitor > bislang schon mehr als 1 Million Mal angeklickt wurde. Über 2000 Patienten wünschten von dem Spitzenverband eine direkte Information zu bestimmten Leistungen.

Sehr häufig wird nachgefragt ob Untersuchungen mit Ultraschall die zur Früherkennung bei Brustkrebs dienen sollen sinnvoll sind, oder auch wie es sich mit der von den Zahnärzten angebotenen professionellen Zahnreinigung verhält. Viele der in dem Katalog der IGel –Leistungen befindlichen Untersuchungen werden von eingestuft. Deshalb wird auch die Kostenübernahme seitens der Versicherer abgelehnt. Die Kosten die durch die IGel entstehen trägt ausschließlich der Versicherte gewissermaßen als Privatpatient. Einige Experten kritisieren diese Leistungen auch, weil sie zu falschen Befunden und dadurch eventuell auch unnötigen Eingriffen führen können.

Gibt man dem Patienten mit einem neuen Gesetz eine Möglichkeit sich im Vorfeld der Untersuchungen ausreichend zu informieren, ist es letztlich für alle Beteiligten ein Gewinn. Der Patient und gerade auch die Rentner und Senioren weiß auf welche Untersuchung er sich einlassen sollte und was nach genauerem Überlegen als nicht notwendig eingestuft werden kann. Der Arzt seinerseits kann mit dem Patienten direkt seine Kosten für die Untersuchung

Übrigens, IGel ist einfach nur die Abkürzung für <Individuelle Gesundheitsleistungen>, die der Arzt seinen Patienten anbietet.

Bildquelle © Erika Hartmann/pixelio.de

Tagged: , , , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*