Diese Meldung ist erschreckend

Es stand in der Zeitung, nicht wie sonst immer üblich in extra großer Aufmachung und auch nicht mit einer reißerischen Überschrift. Das war von den Verantwortlichen so gewollt. Es sollte dieser Meldung nicht so viel Beachtung beigemessen wurden. Gerade deshalb ist es besonders erschreckend. Ältere Menschen, und dazu zählen insbesondere Rentner und Senioren die an einer beginnenden Demenz leiden, scheuen sich, dies beim Arzt anzusprechen. Natürlich  bemerken sie die ersten Symptome, wollen sie, und das ist sicherlich auch verständlich nicht akzeptieren. Das Gespräch mit dem Hausarzt, der aufmerksam seine Patienten beobachtet, bringt es dann im wahrsten Sinne des Wortes zur Sprache. Weil die Behandlung bei beginnender Demenz neben geeigneten Medikamenten auch durch einen Logopäden unterstützt werden soll, stellt der Hausarzt eine Überweisung zu dem Logopäden aus. Die Diagnose lautet: Wortfindungsstörung im Zusammenhang mit einer beginnenden Demenz.

Und genau in diesem Augenblick ist der Kranke dem mächtigen Willen der Krankenkassen ausgesetzt. Die Krankenkassen bezahlen diese Behandlung nicht. Sie erkennen die Leistungen des Logopäden nicht an. Was dann heißt, dass die Kosten, die durch eine Behandlung der Wortfindungsstörung im Zusammenhang mit einer Demenz entstehen, von den Logopäden nicht mit der Kasse abgerechnet werden können. Und die Rentner und Senioren können sie aus der eigenen Tasche nicht finanzieren, dazu fehlen in vielen Fällen die finanziellen Mittel. Allerdings, und das ist im Prinzip nicht nachvollziehbar, wenn die Grunderkrankung bei Diagnosestellung keine Demenz ist,  sondern ein sogenannter Hirnabbauprozess dann übernimmt die zuständige Krankenkasse auch die Kosten für die Behandlung bei Aphasie oder Sprachstörung.

Um die Patienten mit dementen Erkrankungen trotzdem behandeln zu können, greifen einige Logopäden gezwungener Maßen in die Trickkiste. Sie sind mittlerweile dazu übergegangen, gegenüber den Kassen die Diagnose verändert darzustellen. Die Krankenkassen ihrerseits wissen aber auch, dass gerade zu Beginn einer Demenz die häufig mit Wortfindungsstörungen auftritt, gute Behandlungserfolge durch Wortfindungsübungen und Übungen die das Sprachverständnis trainieren zu verzeichnen sind.  Das Verhalten der Kassen passt zwar nicht zu dem vorhandenen Wissen, aber es ist eben einfach so. Da kann der Patient eigentlich nur hoffen, dass er einen Logopäden findet, der sich mit diesen Tricks bei der Abrechnung gegenüber der Krankenkasse auskennt und diese auch anwendet. Und eben aus diesem Grund hätte es diese Meldung verdient mit riesengroßen Buchstaben auf dem Titelblatt einer großen Zeitung zu erscheinen. Aber dann müssten die Krankenkassen ihr Verhalten neu überdenken, und auch diese Kosten übernehmen.

Bildquellen: beide Bilder © Gerd Altmann/pixelio.de

 

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