Schonvermögen – was ist das denn?

Vielleicht haben Sie diesen Begriff schon einmal gelesen oder gehört. Im Zusammenhang mit der Pflicht im Fall der Fälle für die Eltern zu sorgen ist er ganz wichtig. Denn wer kommt auf, wenn die Eltern oder ein Elternteil gepflegt werden müssen und das nicht zu Hause erfolgen kann.

Der Gesetzgeber hat im Sozialgesetzbuch klar geregelt, wann die Kinder unterhaltspflichtig ihren Eltern gegenüber sind. Dazu zählt auch ein Unterbringung in einem Pflegeheim, wenn es den Kindern nicht möglich ist, die Eltern zu Hause zu pflegen. Das kann sich an der oftmals vorhandenen Wohnsituation oder aus beruflichen Gründen ergeben. Im Prinzip sind also in erster Linie die Kinder zur Fürsorge und Unterhalt verpflichtet.

Und genau hier kommt der Begriff  < Schonvermögen >> zum Tragen

Es wird seitens des Sozialamtes festgestellt, über welche Einkünfte die Eltern beziehungsweise der zu Betreuende verfügt. Meistens ist das nicht ausreichend um die Kosten für ein Heim zu begleichen. Dann werden  die Kinder in die Pflicht genommen. Auch hier werden sehr genau die Einkommensverhältnisse geprüft, aber nicht in jedem Fall werden sie auch zur Kasse gebeten. Zu dem Schonvermögen zählen auch Vermögensteile, wie zum Beispiel eine Eigentumswohnung oder ein Haus, wenn Sie es selbst bewohnen. Zudem müssen Sie auch nicht ihr Erspartes angreifen, um die Eltern zu unterstützen, wenn es sich dabei um sogenannte Vorsorgevermögen handelt, also zum Beispiel eine Riester Rente oder ein anderweitig angelegtes Geld zu ihrer eigenen Altersvorsorge. Auch Gelder die für die Enkel als Ausbildungsgrundlage vorgesehen sind gehören zu dem Schonvermögen und dürfen nicht angetastet werden. Ganz wichtig ist auch, dass Geld, das für besondere Zwecke als Rücklage, so als Notgroschen für Unvorhergesehenes gedacht ist, darf auch nicht in die Berechnung einfließen. Stellt sich nach eingehender Prüfung durch das zuständige Amt heraus, dass Sie nach Berücksichtigung all dieser Vorgaben über ausreichend Vermögen verfügen, müssen Sie, üblicherweise monatlich, eine Ausgleichzahlung in Höhe der Kosten leisten, die nach Abzug der Leistungen der Pflegekasse noch an das Heim zu zahlen sind. Sollte sich Ihre finanzielle Situation ändern, müssten Sie einen Antrag auf Neuberechnung beim Sozialhilfeträger stellen.

Vorsorgen können auch die Eltern

Wenn Sie als Eltern nicht möchten, dass ihre Kinder einmal für die Kosten in einem Pflegeheim aufkommen müssen, können Sie beizeiten privat vorsorgen. Eine Pflegezusatzversicherung bietet sich hier an. Die Kosten für Heimaufenthalte werden unter bestimmten Voraussetzungen bis ans Lebensende übernommen. Lassen Sie sich vor Abschluss einer solchen Versicherung ausrechnen, was Sie einzahlen müssen, um mit diesem Geld dann die Kosten im Falle einer Pflegebedürftigkeit selbst tragen zu können.

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