Senioren stehen oft vor unüberwindbaren Hürden

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In den Rathäusern unserer Städte und Gemeinden muss umgedacht werden. Für viele Senioren ist der Alltag zum Hindernislauf geworden. Mittlerweile wird zwar viel dafür getan, es den älteren Menschen zu ermöglichen, möglichst lange selbständig leben zu können. Aber genau dafür fehlen mancherorts dringend notwendige Voraussetzungen. Haben Sie als junger, gesunder Mensch schon einmal versucht, mit einer Gehhilfe in der einen Hand und einer Einkaufstasche auf der anderen in die Straßenbahn oder den Bus einzusteigen? Wahrscheinlich geben Sie es spätestens nach dem zweiten Versuch auf. Die Busse und Bahnen können nicht geändert werden, aber das Ein- oder Aussteigen kann durch sogenannte Hochbahnsteige durchaus den Bedürfnissen der älteren Menschen angepasst werden. Und auch Mütter mit Kinderwagen würden sich darüber bestimmt freuen.

Seniorengerechte Städte wären wünschenswert

Die Senioren mögen wohl noch in kleinen Gemeinden die Möglichkeit haben, sich einmal beim Spaziergang durch die Gemeinde vor einem Haus auf der Bank auszuruhen. In den großen Städten sucht man danach aber vergebens. Leider haben sich noch nicht alle Städte Gedanken gemacht, gerade für den älteren Menschen kleine Ruhezonen zu schaffen. Da ist altersgerechte Städteplanung gefragt. Sicherlich ist es schön anzuschauen, wenn in einem Park verschiedene Bereiche über Freitreppen miteinander verbunden werden, aber für die Senioren stellen sie fast ein unüberwindbares Hindernis dar. Fahren Sie doch einmal mit einem Rollator über die Treppe!!! Im Prinzip bedeutet das, dass der Senior, der vielleicht sowieso nicht gut zu Fuß ist auch noch einen Umweg machen muss, um sein Ziel zu erreichen. Hier wäre eine wenig ansteigende Rampe mit seitlichem Handlauf die Alternative. Selbstverständlich gilt das nicht für alle Senioren, aber mit zunehmendem Alter sind solche kleinen Hilfen willkommen.

Auch so ein verbesserungsbedürftiges Hindernis sind Parkplätze. Manchmal hat schon ein etwas größerer Wagen der gehobenen Fahrzeugklasse Schwierigkeiten in die einfach viel zu eng bemessenen Parkplätze zu kommen. Und Austeigen will der Fahrer ja auch noch und zwar ohne andere Fahrzeuge zu beschädigen. Der muss eigentlich sehr gelenkig und vor allem ganz schlank sein. Kurz und gut, auch hier fehlen mancherorts ausreichend große Parkplätze, um einfach nur bequem, ohne anzuecken, ein- und aussteigen zu können. Ein weiteres Problem stellen Radwege dar. Es ist ja schon einmal sehr positiv, dass überhaupt Radwege vorhanden sind. Aber wenn die, und das ist zu erwarten, nun auch noch von Senioren genutzt werden, sind Zusammenstöße programmiert. Leider wird in vielen Städten und Gemeinden der Radweg nicht nur als dieser genutzt. Wenn dann auch noch Senioren, die vielleicht ein wenig gemütlicher unterwegs sind, hier entlang fahren, – eigentlich ein Horrorszenarium. Breitere Wege würden hier Abhilfe schaffen. Also hier ein Appell an alle Verantwortlichen in den Gremien der Städte und Gemeinden: Bitte achtet ein wenig mehr auf die Bedürfnisse der Senioren, das mag vorübergehend die (Stadt)- Kassen etwas belasten, aber im Endeffekt nützt es allen. Denn die Senioren bleiben einfach länger selbständig.

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