Abzocke bei den Zusatzbehandlungen

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Nachdem immer mehr der Trend für Zusatzbehandlungen bei den Ärzten aufkommt, werden diese auch teilweise penetrant angepriesen. Besonders ältere Menschen lassen sich da gerne etwas von den Ärzten aufschwatzen, da diese ja die „Götter in Weiß“ sind und sicher Recht haben. Und wenn es dann auch noch gut für die Gesundheit ist, wird auch schnell der Geldbeutel gezückt. Doch Vorsicht: Die meisten der manchmal sehr teuren Zusatzbehandlungen sind schlichtweg unnötig.

Doch was ist nun wichtig und was sollte man besser ablehnen. Dies ist oftmals gar nicht so einfach. Wichtig dabei ist aber, dass nicht sofort in der Praxis zugestimmt wird. Lassen Sie sich das Angebot noch einmal durch den Kopf gehen und informieren Sie sich, ob diese Zusatzleistung wirklich sein muss oder nur „Geldmacherei“ ist. Wenn der Hausarzt eine Beratung zur Impfung anbietet, fallen gleich Kosten an. Notwendige Impfungen können im Internet und bei der Krankenkasse nachgefragt werden. Hier gibt es Impfkalender, die kostenlos zur Verfügung stehen.

1,5 Milliarden wurden für IGeL-Leistungen ausgegeben

Das Wissenschaftliche Institut der AOK fand heraus, dass Kassenpatienten rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr für die sogenannten IGeL-Leistungen ausgeben. Viel Geld für teilweise unnötige Untersuchungen. Die Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen, Doris Pfeiffer betonte, dass die Extras, welche von der Krankenkasse nicht erstattet werden, keine notwendigen medizinischen Leistungen sind. Dabei würde es nur um die wirtschaftlichen Interessen der Ärzte gehen. Denn man muss sehen, dass dies für über 82 Prozent der Ärzte die Einnahmen kräftig aufbessert. Durch die Reformen sind die Ärzte ja schon fast gezwungen diese Zusatzleistungen anzubieten, da sie teilweise nur sehr geringe Sätze für Behandlungen bekommen.

Doch eins sollte klar sein. Besteht ein begründeter Verdacht auf eine Krankheit oder besteht eine erbliche Vorbelastung, muss niemand diese Extras selbst bezahlen. Versicherte können sich ab sofort selbst über die Zusatzbehandlungen informieren. Auf der Internetadresse www.igel-monitor.de gibt es zahlreiche Informationen und die gängigsten Selbstzahlerposten wurden vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbandes wissenschaftlich bewertet.

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1 Kommentar

  1. elkine 4. März 2012 at 06:51 Reply

    Sollte mein Arzt versuchen mir solche unnötigen Zusatzleistungen anzudrehen, würde ich diesen sofort wechseln.

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