Eine neue Liebe im Alter – Normal oder verwerflich?

Genau das fragt sich die Mehrheit der Senioren wenn sie, oft nach dem Tod des langjährigen Ehepartners, den sogenannten „Zweiten Frühling“ erleben. Durch die Meinung der Gesellschaft und in manchen Fällen sogar der Meinung der eigenen Kinder, scheinen Menschen ab einem gewissen Alter keinen Anspruch mehr auf Liebe und persönliches Glück zu haben. Sie sollen nur noch für ihre Familien leben, nur noch Oma oder Opa sein und im Schaukelstuhl Geschichten erzählen . Dabei sind sie so viel mehr als das, nämlich immer noch eigenständige Menschen mit Gefühlen und Bedürfnissen, wie ihre Kinder ind Enkelkinder. Doch genau die sind es, die dem Glück ihrer Eltern im Wege stehen, denn sie sind der Meinung dass Mama oder Papa doch den verstorbenen Elternteil nicht einfach so „ersetzen“ kann . Das stellt viele Senioren vor die Wahl: Mein Glück oder das meiner Kinder?

Oftmals geht es schlicht und einfach ums Geld

Die wenigen Rentner die sich für ihr Glück entscheiden sehen sich oftmals mit dem Zorn der ganzen Familie konfrontiert, die in manchen Fällen sogar um ihr Erbe fürchten. Denn wer weiß, vielleicht überlebt der neue Partner ja den Elternteil und wird somit Erbe. Das ist einer der meisten Gründe für Familienkriege, die nicht selten vor Gericht enden. Dabei vergessen sie, dass sie genau dem Menschen, der sich sein ganzes Leben nur um die Familie gekümmert und oft unter schwierigsten Bedingungen Kinder großgezogen hat , das Recht auf Glück nehmen. Genau das Recht, das jedem zusteht. Denn Liebe ist keine Frage des Alters! Weder hat sie eine Altersbeschränkung, noch ein Verfallsdatum. Auf ihrem Etikett steht auch nicht “ Für Senioren unbrauchbar!“. Egal ob mit 20, 40 oder 60 Jahren, das Kribbeln im Bauch bleibt stehts das Gleiche. Jeder hat ein Recht auf dieses Gefühl, auch Oma und Opa. Die Gesellschaft möchte seniorenfreundlich wirken, doch dazu gehören nicht alleine Krankenversorgung, Pflegedienst und Altersheim. Die emotionale Gesundheit steht mit an oberster Stelle und welche Medizin ist da besser als Liebe?

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1 Kommentar

  1. Heinz 10. Januar 2012 at 00:07 Reply

    Liebe Stephanie,
    natürlich haben alte Menschen ein Recht auf Liebe und da ist überhaupt nichts verwerfliches dran, nur leider sind alte Menschen mehr oder weniger abhängig von ihren Nachkommen zwecks Hilfe, man wird ja immer gebrechlicher.
    Eine andere Frage ist doch wie Ehrlich meint es der neue Partner mit einem und wie lange mag er die Marotten ertragen, gilt hier auch der Schwur bis dass der Tod uns scheidet?
    Eine bittere Geschichte aus meinem Bekanntenkreis gibt mir zu denken, nach 16 Jahren gemeinsamen Lebens hat eine Frau Ihren 78 jährigen Lebenspartner rausgeschmissen, weil Sie der Meinung war jetzt können ihn die Kinder pflegen, ich habe genug Probleme mit mir selber, bei den Kindern hat der gute Mann auch kein schönes Leben mehr und wartet auf sein Lebensende.
    Natürlich ein bisschen Spaß darf (muss) sein (Roberto Blanko) auch mein verwitweter Nachbar ist mittlerweile 83, und hatte mehrere Beziehungen, aber auf Distanz, auch dort war nicht alles Gold was glänzt, aber seine beiden Söhne mit Familien waren immer Tolerant und sahen dem treiben des Vaters (er wohnt allein im eigenen Haus) amüsiert zu und nun pflegen sie Ihn liebevoll, allerdings sind beide Wohlhabend.
    Es ist wohl Toleranz von dem neuen Partner und den Kindern nötig und das mag im alter schwierig sein.
    Uns geht es sicher gut, mit dieser Einstellung gehe ich in den Lebensabend.
    Liebe Grüße
    Heinz
    PS: Übrigens die Mailadresse oben ist echt und kommt bei mir im Postfach an.

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