Die gesetzliche Rentenversicherung heute

Die gesetzliche Rentenversicherung steht immer wieder in der Kritik, wenn beispielsweise die Renten eingefroren werden oder wenn es um die Frage geht, ob es auch langfristig möglich sein wird, Renten auszuzahlen, mit denen sich der Lebensunterhalt der Bezugsberechtigten bestreiten lässt.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die Bundesregierung Zahlen und Fakten zur aktuellen Situation der deutschen Rentenversicherung. So beziehen zur Zeit etwa 20 Millionen Bundesbürger eine gesetzliche Rente. Es wird darauf hingewiesen, dass die Renten in den letzten zwanzig Jahren in den alten Bundesländern durchschnittlich um 24 Euro, in den neuen Bundesländern um 13 Euro im Jahar erhöht wurden.
Da allerdings die Anpassung der Renten auch immer an die Lohnentwicklung des Vorjahres gekoppelt ist, wurden die Renten in den vergangenen Jahren mehrfach eingefroren. Dies lag vorrangig an der gesamtwirtschaftlichen Situation. Rentenkürzungen konnten hingegen verhindert werden.

Ergänzt wird die gesetzliche Rente bei vielen Bezugsberechtigten durch Leistungen aus Betriebs- oder Privatrenten. So werden private Vorsorge-Produkte wie die staatlich geförderte Riester-Rente auch weiterhin beworben, stellen sie doch eine wichtige Ergänzung dar. Interessant sind die Zahlen zur Rendite der gesetzlichen Rentenversicherung. Nach Aussagen der Bundesregierung lag die Beitragsrendite für einen durchschnittlich verdienenden Versicherten, nach 45 Berufsjahren 2009 bei 3,5 Prozent, für Frauen sogar 4,1 Prozent. Im Jahr 2020 wird die Rendite bei Neurentnern etwa bei 2,9 bzw. 3,4 Prozent liegen.

Da es eine große Differenz zwischen den Auszahlungen und Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung gibt, wird diese durch Bundeszuschüsse mitfinanziert. Allein 2010 wurden rund 224 Milliarden Euro an Leistungen ausgezahlt, 184 Milliarden Euro wurden dabei im selben Jahr eingenommen. Damit die Rentenversicherung auch weiterhin die Renten garantieren kann und auch Kinderziehung, Arbeitslosigkeit und ähnliches abgegolten werden kann, werden für die nächsten beiden Jahre Zuschüsse von jeweils 81,8 Milliarden Euro erwartet.

Verbraucher sollten sich aber trotz stabiler Renten zusätzlich über die Möglichkeit einer privaten Altersvorsorge informieren. So kann, selbst wenn die Rentenleistungen stabil bleiben, das spätere Einkommen aufgestockt werden.

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