Vererben will gelernt sein

Wenn es darum geht, seinen Letzten Willen durchzusetzen, muss man entweder selbst Fachmann sein oder einen Fachmann hinzuziehen. Wenn man privat ein Testament erstellen möchte ist das zwar erlaubt und rechtskräftig, aber leider oft fehlerhaft. Das Erbschaftsrecht ist eine Wissenschaft. Es gibt so viele Feinheiten und Vorschriften, die ein normaler Mensch gar nicht wissen kann. Auch eine ganze Menge an Auflagen sind zu erfüllen. Es gibt auch ganz unterschiedliche Testamentstypen. Am sinnvollsten ist es, die anfallenden Kosten für einen Notar oder Anwalt auf sich zu nehmen. Die Statistiken besagen, dass nur jeder Vierte ein Testament aufsetzt. Was leider oft fatal für den Familienfrieden der Erben ist. Wer schon zu Lebzeiten festlegt, wer was bekommt, kann Familienfehden eindeutig verhindern.

Leider denken noch immer viele Menschen vor ihrem Ableben nicht an den Tod. Dies sollte aber jeder machen, um späteren Ärger zu vermeiden. Denn oftmals streiten die Erben um das Hinterlassene. Doch eines gibt es zu beachten, liegt kein Testament zum Zeitpunkt des Erbfalls vor, so gibt es eine gesetzliche Erbfolge. Und diese sieht vor, dass die eigenen Kinder an erster Stelle der Erbfolge stehen. Welche je zu gleichen Teilen bedacht werden.

Ist bereits eines der Kinder verstorben, treten an dessen Stelle die Enkel des verstorbenen Kindes. Gibt es keine Kinder, aber einen Ehepartner, so erbt dieser die Hälfte. Aber leider kommt es bei dieser Variante viel zu oft zu Streitereien. Deshalb ist es besser, zu Lebzeiten ein Testament zu erstellen und den Nacherben seinen letzen Willen zu bekunden. In diesem Testament können nach Belieben Erben eingesetzt werden. Egal ob es die eigenen Kinder, gute Freunde oder auch eine gemeinnützige Einrichtung sind.

Was aber nicht möglich ist, ist einen Erbfolger komplett aus der Erbfolge auszuschließen, denn er ist gesetzlicher Erben und der Pflichtteil steht ihm laut Gesetz zu. Das ist nur in extremen Aufnahmefällen möglich. Z. B. wenn man dem Erblasser nach dem Leben trachtet oder wenn eine Haftstrafe von mehr als einem Jahr verhängt wurde. Der Pflichtteil des enterbten beträgt immerhin 25 Prozent des gesamten Erbgutes.

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