Erschreckende Armut im Alter

Bei sehr vielen älteren, alleinstehenden Frauen im hohen Rentenalter macht sich die Armut breit. Bei der letzten und vorletzten Generation war noch die Meinung, dass Frauen in die Küche gehören und putzen, kochen und Kinder erziehen müssen. Die Männer bringen das Geld nach Hause und nur ganz selten konnte von dem Gehalt etwas gespart werden. Vor allem nicht für die Rente, denn bei den Meisten reichte der Verdienst gerade, um die Familie über Wasser zu halten.Urlaub oder sonstige Annehmlichkeiten war für die Familien schon gar nicht drin. Aber ein Jammern oder Klagen hat man selten gehört .

Die meisten älteren Rentner leben von Monat zu Monat, obwohl es ja immer und immer wieder heißt, dass in Deutschland jeder vernünftig Leben kann. Viele dieser Rentner schämen sich, überhaupt daran zu denken, vom Staat Geld zunehmen. Noch viel weniger können sie damit umgehen, sich bei der Tafel Lebensmittel zu holen, das beschämt sie ungeheuerlich. Lieber sparen sie an allen Ecken und Kanten, obwohl es doch jedem zusteht, der eine kleine Rente bezieht, sich bei der Tafel Lebensmittel zu holen.

Eine Begebenheit die sich in einem Einkaufsmarkt wahrheitsgemäß ereignet hat und mich sehr nachdenklich gemacht hat.

Die Rentnerin kaufte eine Päckchen Suppe für das ganze Wochenende. Als sie bezahlen wollte, fehlten ihr einige Cent. Am liebsten hätte sie sich ein Loch gebuddelt und wäre darin verschwunden, so hatte sich die alte Dame geschämt. Aber sofort hat eine nachfolgende Kundin die Situation gerettet und das Päckchen Suppe gezahlt. Der Rentnerin stieg die Röte ins Gesicht und die Augen füllten sich mit Tränen.

Nun ging alles ganz schnell, denn einige Kunden des Marktes haben schnell begriffen, wie ärmlich das Frauchen aussah und innerhalb von Minuten waren einige Euros gespendet worden. Sie wollte das Geld auf keinen Fall nehmen und sagte immer wieder „Ich brauche doch nicht viel zum Leben“.

Da hatte eine neu hinzu gekommene Kundin die beste Idee. Sie ging mit der Rentnerin durch den ganzen Lebensmittelmarkt und kaufte alles, was man so im Haushalt braucht. Aber nicht nur das, auch Schokolade kauft die Kundin der alten Dame. Alle Kunden hatten natürlich sehr viel Euros gespendet und nun braucht sie nicht wieder von einem auf den anderen Monat zu leben . Die Lebensmittel reichen bestimmt drei bis vier Monate. So hat sie wenigstens diese Zeit, in der sie sich keine Sorgen um das Essen machen muss.

Ein junger Mann sagte spontan ich fahre Sie auf jeden Fall nach Hause. Zwei große Stofftaschen, die noch eine Kundin gespendet hat und das restliche Geld gaben wir der armen Seniorin. Ihre Dankbarkeit war so herzlich, vor lauter Tränen war ihre Stimme total verschwunden. Sie konnte nichts mehr sagen. Alle Kunden waren fassungslos das es in dem reichen Deutschland so arme Rentner gibt.

Aber etwas bewegte die meisten Kunden noch, denn viele hatten auch in der Weihnachtszeit gespendet und keiner weiß eigentlich genau, wo es hingegangen ist. Hier könnte man es weiß Gott dringender gebrauchen. Auch ich mache mir seitdem immer wieder Gedanken und denke oft an die arme Frau. Gesehen habe ich sie seitdem nicht mehr und ich weiß, wenn ich sie eines Tages wieder sehe, werde ich ihr wieder etwas Gutes tun – was auch immer das sein mag.

Wie heißt es doch so schön:

Jeden Tag eine gute Tat und ist sie noch so klein! Sie hilft bestimmt jemandem ein Stück weiter.

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Kommentare: 3

  1. Ina Pichler 15. Februar 2011 at 23:12 Reply

    Diese Begebenheit hört sich fast wie ein Märchen an, aber es gibt tatsächlich hilfsbereite Menschen, gerade in so einer Situation.
    Ich finde es auch traurig, dass sich so eine Armut ausbreitet. Auf der einen Seite werden Steuergelder in Millionenhöhe oft für sinnlose Projekte verschwendet und auf der anderen Seite kämpfen immer mehr Leute ums nackte Überleben.
    Es wird zwar einiges getan, wie z. B. die Tafeln, aber da muss man sich sicher durchringen, um dieses anzunehmen. Ich stelle mir dies gerade für ältere Menschen schwierig vor, gerade wenn man nicht mehr so mobil ist. Da ist es gut, wenn man seine Familie in der Nähe hat.

    • admin 16. Februar 2011 at 07:56 Reply

      Hallo Ina,

      wenn das nicht jemand geschrieben hätte, den ich sehr gut kenne, würde ich mich auch fragen, ob das so stimmt. Es ist wirklich erschreckend und ich frage mich langsam wo das noch enden soll. Und dann streiten sie noch um 5 Euro für Harz IV – aber unsere Politiker fliegen in den Urlaub und wir zahlen es mit unseren Steuergeldern. Aber wenn man damit anfängt, braucht man nimmer aufhören und regt sich nur auf…leider
      LG

  2. kelm-schulze 13. März 2012 at 17:01 Reply

    So kann es nicht mehr weiter gehen. Die Rentner in diesem Land werden immer ärmer, wärend die Pansionäre wenigsten ein Inflationsausgleich bekommen. Sind die Rentner wieder mit ein minus dabei. Alles wird auf die Wirtscatskriese gescoben, aber Eck-Rentner Griechenland 1200,-Euro ist scheinbar bezahlbar. Die Lebensleistung wird nich anerkannt. Es geht ums Überleben.

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