Wir werden immer älter

Das sollte ja eigentlich erfreulich, aber der sogenannte demografische Wandel bringt auch einige Probleme mit sich. Solange die Senioren mit Partnern, Kindern oder Freunden Kontakt aufrechterhalten können, ist es leicht, im eigenen zu Hause älter zu werden. Viele ältere Menschen wünschen sich das, sie möchten nicht in ein Heim.

Aber was kommt dann, wenn es zu Hause einfach nicht mehr geht?

Anja BerglerFrüher gab es dieses Problem fast gar nicht. Die Alten wurden in die jungen Familien integriert und jeder zog letztlich einen Vorteil daraus. Heute müssen die jungen Leute oft aus beruflichen Gründen das Elternhaus verlassen und gründen dann, auch in einer oftmals weit entfernten Stadt, ihre eigene Familie. Und zu Hause kümmert sich niemand mehr um die ältere Generation.
Hausärzte die auch, so wie man es vom Namen eigentlich ableiten könnte, auch einmal Zeit für einen Hausbesuch haben gibt es fast nicht mehr, und auf dem Land schon mal gar nicht. Es ist weder zeitlich noch finanziell attraktiv und deshalb entschließen sich nur noch ganz wenige der Mediziner, diesen beruflichen Weg zu gehen.

Was bleibt, ist im Bedarfsfall die Pflegehilfe

Klingt gut, aber leider haben wir in unserem Land einen enormen Mangel an geeigneten Pflegekräften, gerade bei der häuslichen Pflege. Denn irgendwann ist es den älteren Menschen einfach nicht mehr möglich, alleine für sich zu sorgen. Das mag mit der Schwierigkeit des Einkaufens anfangen und mit der allgemeinen Körperpflege aufhören. Für die Senioren zieht sich der Gedanke an diese missliche Situation und wie sie damit umgehen können wie ein roter Fade durch ihr Leben.

Wünschenswert wären Angehörige, die helfend zur Seite stehen können, und die aber auch für sich Hilfe in Anspruch nehmen können, wenn sie sich überfordert fühlen. Einen Angehörigen zu Hause zu betreuen und zu pflegen ist weiß Gott keine leichte Aufgabe. Die Senioren fürchten überdies nichts mehr als die Vorstellung, in einem Heim untergebracht zu werden.
Genau hier wird der Ruf nach gut ausgebildeten Pflegekräften wieder laut. Vielen älteren Menschen könnte ein Aufenthalt im Heim erspart bleiben, gäbe es ausreichend Personal in der ambulanten Pflege genauso wie bei den Ärzten.
Wie das erreicht werden kann

Die Berufe in der Altenpflege müssen eine Aufwertung erfahren, ganz besonders in finanzieller Hinsicht. Es müssen mehr Möglichkeiten geschaffen werden, die es auch Familien mit Kindern leichter machen diesen berufliche Herausforderung annehmen zu können. Das gilt auch für die medizinische Versorgung durch die Hausärzte.
Dann hätten auch Senioren wieder eine Chance in ihrem eigene zu Hause alt und auch pflegebedürftig werden zu können.

Bildquelle: Anja Bergler

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1 Kommentar

  1. Lia 29. August 2014 at 07:18 Reply

    Das Schlimme darin ist, das zwar die Quantität unserer Lebensjahre ständig steigt, aber die Lebensqualität im Alter abnimmt. Man kann dies durch entsprechende Hilfen teilweise kompensieren.

    Aber ich denke, dass es oft leider nicht möglich ist, die seelischen Aspekte des Alterns auszumerzen, besonders wenn sich Menschen z.B. abgeschoben fühlen, wenn sie in Altersheimen untergebracht werden.

    Wir sollten uns daran erinnern, dass wir alle alt werden wollen, aber keiner will alt sein. Wenn man so langsam merkt, dass die eigenen Eltern sterben, Freunde und Bekannte erkranken und auch einer nach den anderen geht, man selber an Gebrechen leidet, dann braucht man Unterstützung.

    Früher musste man arbeiten, wurde gebraucht. Heute sagt man, geht man in den wohlverdienten Ruhestand…………aber trotzdem weiß man nicht, was manchmal besser ist.

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